Projektions-Tracking: Was du an anderen verurteilst, verrät, was du in dir ablehnst

Es gibt einen Unterschied zwischen der Abneigung gegen ein Verhalten und der unverhältnismäßigen Wut darüber. Die meisten Menschen können Arroganz auf die milde Weise ablehnen, wie man schlechtes Wetter ablehnt. Aber jeder hat auch eine kleine Reihe von Eigenschaften an anderen, die eine Reaktion hervorrufen, die weit größer ist, als die Situation es rechtfertigt, eine Verachtung, die heiß und persönlich auflodert, und diese heißen Fälle sind es wert, dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Sie sind oft weniger eine Tatsache über die andere Person als ein Signal über einen Teil von dir selbst, den du dir zu eigen zu machen verweigert hast.
Was Projektion eigentlich ist
Projektion ist der Trick des Geistes, einen Teil von dir, den du nicht ertragen kannst, zu nehmen und ihn so zu erleben, als gehörte er zu jemand anderem. Wenn du eine Eigenschaft hast, von der man dir beigebracht hat, sie sei inakzeptabel, und du sie so gründlich verbannt hast, dass du sie nicht mehr als deine eigene spürst, dann verschwindet sie nicht. Sie wird auf die Menschen um dich herum verlagert, wo du endlich eine Beziehung zu ihr haben kannst, meist eine feindselige. Die verleugnete Eigenschaft in jemand anderem zu hassen, erlaubt es dir, sie weiter zu bekämpfen, während du weiterhin glaubst, sie sei nicht in dir. Deshalb sind die Urteile, die am heißesten laufen, so aufschlussreich: Die Hitze ist das Zeichen, dass etwas Persönliches auf dem Spiel steht, und auf dem Spiel steht meist der vergrabene Teil, den du dir mühsam nicht anzusehen versuchst.
Warum die heißen Urteile die Karte sind
Die nützliche Unterscheidung besteht zwischen einem maßvollen Einwand und einem aufgeladenen. Wenn das Verhalten von jemandem tatsächlich schädlich ist und du mit verhältnismäßiger, kühler Missbilligung reagierst, dann ist das ein Urteil, und es ist oft richtig. Projektion hat eine andere Signatur. Die Reaktion ist zu groß und seltsam persönlich, und du ertappst dich dabei, wie du noch lange nach der Begegnung über den Makel der Person nachdenkst, mit einer Verachtung, die eine merkwürdige Intensität hat. Genau diese Hitze, unverhältnismäßig und klebrig, ist der Marker dafür, dass du auf eine Projektion blickst und nicht auf eine einfache Einschätzung. Die Eigenschaft, die dich an anderen so wütend macht, ist sehr wahrscheinlich eine, die du selbst trägst und verleugnet hast, denn eine Eigenschaft, mit der du in dir selbst wirklich Frieden geschlossen hättest, hätte nicht die Ladung, um eine solche Reaktion hervorzurufen.
Zwei Varianten: der Schatten und der goldene Schatten
Projektion wirkt in beide Richtungen, was Menschen überrascht. Die vertraute Version ist der negative Schatten: Du verleugnest deine eigene Fähigkeit zu Aggression oder Bedürftigkeit und wütest dann darüber bei anderen. Aber es gibt auch den goldenen Schatten, bei dem der verleugnete Teil etwas Gutes ist, das du dir nicht zu eigen machen durftest. Du projizierst dein eigenes vergrabenes Selbstvertrauen oder deine Kraft auf Menschen, die du idealisierst, und bewunderst an ihnen genau die Qualität, die du in dir selbst nicht sehen willst. Das Anzeichen ist in beiden Fällen dasselbe, eine Reaktion, die außer Verhältnis zu den Tatsachen steht, ob diese Reaktion nun Verachtung oder Verehrung ist. Die Person, die du nicht aufhören kannst zu bewundern, und die Person, die du nicht aufhören kannst zu verachten, halten oft beide ein Stück von dir, das du ihnen gereicht hast.
Das Urteil in Selbsterkenntnis verwandeln
Die Praxis ist einfach zu beschreiben und unangenehm zu tun. Wenn du eine heiße, unverhältnismäßige Reaktion auf jemanden bemerkst, behandle sie als Information über dich selbst und nicht nur über den anderen. Die Frage ist nicht "habe ich recht, dass sie so sind", was durchaus zutreffen mag, sondern "warum entflammt mich genau diese Eigenschaft so sehr, und wo lebt sie in mir". Oft lautet die Antwort, dass du dieselbe Eigenschaft in einer Form trägst, die du dir nicht eingestanden hast, oder dass du enorme Energie darauf verwendet hast, sie zu unterdrücken, und nun anderen übelnimmst, dass sie ausdrücken, was du dir selbst verwehrt hast. Eine Projektion zurückzunehmen bedeutet nicht, die Eigenschaft gutzuheißen. Es bedeutet anzuerkennen, dass sie deine ist, mit der du arbeiten kannst, statt sie auf andere Menschen zu verbannen, was sowohl das zwanghafte Verurteilen verringert als auch ein Stück deiner eigenen Energie zurückgibt, das im Verleugnen gebunden war. Die Aufschlüsselung der Schattenseite behandelt einen verwandten Schritt aus der Richtung der Stärken.
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