Eli Lebowitz' Breaking Free of Child Anxiety and OCD (N1)
Eli Lebowitz leitet das Angstprogramm am Yale Child Study Center, und Breaking Free of Child Anxiety and OCD beruht auf einer ungewöhnlichen Idee: Der wirksamste Ansatzpunkt, um die Angst eines Kindes zu verändern, ist oft das Verhalten der Eltern. Sein Ziel ist die Anpassung, die kleinen alltäglichen Weisen, in denen eine Familie das Leben um ein ängstliches Kind herum umbaut, um ihm Kummer zu ersparen. In einem Interview im Podcast Therapy on the Cutting Edge benennt er die Falle: "Die letzte Botschaft, die man einem Kind geben möchte, das anfällig für Angst ist, lautet, dass es mit Angst nicht umgehen kann." Wie bereitwillig ein Kind Bedrohung wahrnimmt und von Sorge überflutet wird, ist in den Big Five eine Facette.
Ein Kind, das von Sorge überflutet wird, liegt hoch auf der Facette Ängstlichkeit
Diese Facette ist Ängstlichkeit (N1), unter Neurotizismus, wie schnell der Bedrohungsalarm auslöst und wie schwer Sorge abzuschütteln ist. Manche Kinder liegen von früh an hoch darauf, darauf angelegt, Gefahr zu bemerken und sie im Körper zu spüren; andere bleiben gelassener, langsamer im Alarm. Lebowitz achtet sorgfältig darauf, dass ein Kind mit hohem N1 schlicht einen empfindlichen Alarm trägt, und sein ganzer Ansatz beruht darauf, das zu respektieren und zugleich zu verweigern, die Angst des Kindes zu bestätigen, es könne nicht damit umgehen. Dabei geht es um ein Merkmal, auf dem ein Kind hoch liegt, nicht um eine Diagnose, und das Buch ersetzt keine Behandlung.
Die Einsicht des Buches ist, dass der Instinkt eines liebevollen Elternteils die Angst still nähren kann. Wenn eine Familie sich anpasst, jede rückversichernde Frage beantwortet und um jedes Gefürchtete herumlenkt, bestätigt sie die tiefste Sorge des Kindes, dass das Gefühl wirklich zu groß ist, um es zu überstehen. Lebowitz bittet Eltern, zwei Dinge zugleich zu halten, echte Wärme (E1) und ruhige Zuversicht, statt jedem Kummer nachzugeben (A4). Der Schritt geht davon weg, das Unbehagen zu nehmen, hin dazu, dem Kind sanft zu zeigen, dass es es tragen kann.
Für ein Elternteil, das dies liest, ist das N1 deines Kindes ein guter Hinweis darauf, wie empfindlich sein Alarm läuft und wie viel vom Familienleben sich darum herum biegt. Liegt es hoch, bietet Lebowitz einen hoffnungsvollen, gut erprobten Weg, der über deine eigenen Reaktionen wirkt statt über endlosen Druck auf das Kind. Denselben Alarm kannst du auch bei dir selbst verorten, denn ängstliche Kinder haben oft ängstliche Eltern. Wo ein Mensch bei Ängstlichkeit steht, sagt dir, wie laut das Bedrohungssignal läuft, und wir nehmen die Facette in Ängstlichkeit (N1) auseinander.
Lies das Buch: Breaking Free of Child Anxiety and OCD: A Scientifically Proven Program for Parents by Eli Lebowitz.
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Forschungsquellen
Lebowitz, E. R. (2021). Breaking free of child anxiety and OCD: A scientifically proven program for parents. Oxford University Press.
Lebowitz, E. R., Marin, C., Martino, A., Shimshoni, Y., & Silverman, W. K. (2020). Parent-based treatment as efficacious as cognitive-behavioral therapy for childhood anxiety: A randomized noninferiority study of supportive parenting for anxious childhood emotions. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 59(3), 362-372.
Johnson, J. A. (2014). Measuring thirty facets of the Five Factor Model with a 120-item public domain inventory: Development of the IPIP-NEO-120. Journal of Research in Personality, 51, 78-89.
Costa, P. T., & McCrae, R. R. (1992). Revised NEO Personality Inventory (NEO-PI-R) professional manual. Psychological Assessment Resources.