Ali Abdaals Feel-Good Productivity und die Facette Frohsinn (E6)
Ali Abdaal baute sich eine riesige Fangemeinde auf, indem er Produktivitätsvideos machte, während er sich zum Arzt ausbilden ließ, und Feel-Good Productivity ist sein Widerspruch gegen die Schule des härteren Schuftens, in der er groß wurde. Seine Behauptung, gestützt auf die Forschung der positiven Psychologie, lautet, dass gutes Gefühl nicht die Belohnung für Produktivität ist, sondern der Treibstoff dafür, und einer seiner Energiegeber verbindet die beiden, wie ihn eine Rezension des Buches zitiert: "Uns unserer Fähigkeit sicher zu fühlen, eine Aufgabe zu erledigen, lässt uns gut fühlen, während wir sie tun, und hilft uns, sie besser zu erledigen." Dieser Satz verknüpft zwei Big-Five-Facetten.
Die positive Emotion, die die Arbeit antreibt, ist der Frohsinn
Der Treibstoff, auf den Abdaal immer wieder zeigt, ist der Frohsinn (E6), die Neigung, positive Emotion zu fühlen und zu erzeugen. Wer hoch punktet, läuft standardmäßig warm, sodass es weniger eine Technik als vielmehr ein natürlicher Zustand ist, Arbeit gut anfühlen zu lassen, in den man sich hineinlehnen kann. Wer niedrig punktet, läuft kühler, und für diese Menschen ist Abdaals Methode eher eine Intervention, eine bewusste Anstrengung, Spiel und Leichtigkeit in Arbeit zu bringen, die sich sonst wie pure Pflicht anfühlen würde. Sein ganzes System baut auf der Erkenntnis auf, dass positive Emotion erweitert und Energie gibt, was bedeutet, dass die Menschen, die von Natur aus weniger davon haben, am meisten davon gewinnen können, sie bewusst herzustellen.
Das Zitat zeigt auf eine zweite Facette, denn das spezifische gute Gefühl, das er heraushebt, ist Zuversicht, und das ist die Selbstwirksamkeit (C1), dein Glaube, dass du die Aufgabe vor dir tatsächlich bewältigen kannst. Abdaal beschreibt eine Schleife: Wenn dein C1 hoch ist, fühlt sich Arbeit machbar und daher angenehm an, und dieses angenehme Gefühl macht dich besser darin, was deine Zuversicht wieder erhöht. Für einen Leser mit niedrigem C1, der am unteren Ende dieser Schleife feststeckt, wo sich jede Aufgabe wie ein Beweis anfühlt, dass man scheitern könnte, ist sein praktischer Schritt, absurd klein anzufangen und so das Gefühl von Kompetenz aufzubauen, das das gute Gefühl überhaupt erst in Gang kommen lässt.
Lies dein E6 und C1 als die beiden Regler, an denen Abdaal in Wirklichkeit dreht. Bist du von Natur aus bei beiden hoch, dann benennt das Buch überwiegend eine Produktivität, die du bereits hast, angetrieben davon, sich gut und fähig zu fühlen. Der Leser, dem er am meisten hilft, liegt bei einem oder beiden niedrig und schuftet freudlos, weil die Arbeit sich weder gut anfühlt noch gewinnbar erscheint, und für ihn ist die Lösung nicht mehr Disziplin, sondern eine bewusste Suche nach kleinen Erfolgen und kleinen Vergnügen. Produktivität ist in seiner Darstellung eine Folge der Stimmung, und Stimmung ist formbarer, als die Schuftkultur je zugegeben hat.
Lies das Buch: Feel-Good Productivity: How to Do More of What Matters to You von Ali Abdaal.
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Forschungsquellen
Abdaal, A. (2023). Feel-good productivity: How to do more of what matters to you. Celadon Books.
Fredrickson, B. L. (2001). The role of positive emotions in positive psychology: The broaden-and-build theory of positive emotions. American Psychologist, 56(3), 218-226.
Johnson, J. A. (2014). Measuring thirty facets of the Five Factor Model with a 120-item public domain inventory: Development of the IPIP-NEO-120. Journal of Research in Personality, 51, 78-89.
Costa, P. T., & McCrae, R. R. (1992). Revised NEO Personality Inventory (NEO-PI-R) professional manual. Psychological Assessment Resources.