James Clears Atomic Habits: Zwei Big-Five-Facetten hinter der Methode

Ein einzelner Laufschuh, ordentlich an einer Haustür im Morgenlicht abgestellt

James Clears Atomic Habits verkaufte sich millionenfach mit einer täuschend kleinen Idee: bessere Systeme schlagen mehr Willenskraft. In einem seiner Essays schreibt er: "Ziele sind gut, um eine Richtung vorzugeben, aber Systeme sind am besten, um Fortschritte zu machen." Setzen Sie das Ziel, und gestalten Sie dann den täglichen Ablauf so, dass er größtenteils von selbst läuft. Zwei Big-Five-Facetten leisten die stille Arbeit hinter diesem Rat.

Systeme stützen sich auf Selbstdisziplin, Identität auf Selbstwirksamkeit

Die System-Hälfte entspricht der Selbstdisziplin (C5), der Facette, die eine Routine am Laufen hält, nachdem die Motivation verpufft ist. Hier liegt der clevere Kniff in Clears Methode: Ein gutes System verlangt im Moment weniger von Ihrer C5. Wenn die Sportkleidung schon bereitliegt und das Handy im anderen Zimmer lädt, gibt es schlicht weniger Willenskraft zu verbrauchen. Deshalb wirkt das Buch am stärksten bei Menschen, deren C5 von sich aus nicht hoch ist. Es ist ein Umweg, der in die Umgebung eingebaut wird, statt vom Menschen verlangt zu werden.

Die tiefere Hälfte ist die Identität. Clear argumentiert, dass dauerhafte Veränderung mehr davon abhängt, wer Sie glauben zu sein, als von einem einzelnen Ergebnis: "Die Alternative ist, identitätsbasierte Gewohnheiten aufzubauen. Bei diesem Ansatz beginnen wir damit, uns darauf zu konzentrieren, wer wir werden möchten" (sein vollständiger Essay steht hier). In Eigenschaftsbegriffen ist das Selbstwirksamkeit (C1), das Gefühl, jemand zu sein, der durchhält. Heben Sie diese Überzeugung, und das Verhalten hat etwas, woran es sich verankern kann; wer sich schon als Läufer sieht, muss sich nicht erst zum morgendlichen Lauf überreden.

Atomic Habits ist also eigentlich zwei Facetten im Trenchcoat: C5, um den Prozess am Laufen zu halten, und C1, damit er sich nach Ihnen anfühlt. Wenn Gewohnheiten immer wieder zusammenbrechen, lohnt es sich zu prüfen, welche der beiden fehlt, denn sie scheitern unterschiedlich. Die größere Prokrastinationslücke behandeln wir gesondert, denn dort zeigt sich ein fehlendes System meist zuerst.

Das Buch lesen: Atomic Habits: An Easy & Proven Way to Build Good Habits & Break Bad Ones von James Clear.

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Forschungsquellen

Clear, J. (2018). Atomic habits: An easy & proven way to build good habits & break bad ones. Avery.

Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W., & Wardle, J. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 40(6), 998-1009.

Johnson, J. A. (2014). Measuring thirty facets of the Five Factor Model with a 120-item public domain inventory: Development of the IPIP-NEO-120. Journal of Research in Personality, 51, 78-89.

Costa, P. T., & McCrae, R. R. (1992). Revised NEO Personality Inventory (NEO-PI-R) professional manual. Psychological Assessment Resources.